81Einsatz einer handballspezifischen Sprungdiagnostik BISp Jahrbuch Forschungsförderung 2015 16 4 Diskussion Die avisierten Projektziele sowie die damit im Zusammenhang stehenden Kooperationsver einbarungen wurden umgesetzt Es wurden 239 Kaderathletinnen und athleten im Rahmen der DHB Leistungssportsichtung in Kienbaum getestet und die komplexe handballspezifische Diagnostik in der Praxis zum Einsatz gebracht Jeder Testperson bzw die Verantwortlichen aus dem Trainerstab erhielt einen individuellen Auswertungsbogen der Rückmeldungen über die erbrachten Leistungen beinhaltete Die Ergebnisse zeigen zum einen die Leistungen der getesteten Personen in den verschiedenen Messgrößen und können als erste Anhaltspunkte für Vergleichswerte herangezogen werden Sie ermöglichen darüber hinaus aber vor allem einen tieferen Einblick in das Leistungsgefüge des Sprungwurfs als ein Jump and Reach Test allein und bieten zudem Ansatzmöglichkeiten für ein differenziertes Training mit den Athle tinnen und Athleten der einzelnen Landeskader Dies kann in der Folge zu homogenen Unter gruppen mit ähnlichem Trainingsbedarf führen Jäger et al im Druck Je nach Ausprägung der drei sekundären indirekten Messgrößen Diffe renzwerte SK ST WT kommen zumindest fol gende prinzipiell verschiedene Konsequenzen für ein Training in Betracht Ein Krafttraining der Beinextenso ren bei unterdurchschnittlichen Leistungen der Sprungkraft und ggf eine Kräftigung der Rumpf muskulatur zur Verbesserung der Stabilität im Flug ein handballspezifisches Sprung training mit Anlauf und einbeini gem Absprung bei unterdurch schnittlichen Leistungen in der Sprungtechnik oder ein Training der handballspezi fischen Wurftechnik und Arm führung beim Sprungwurf bei unterdurchschnittlichen Leistun gen in der Wurftechnik Insgesamt wurde somit die bisherige Diag nostik zur Erfassung der Sprungleistung um wesentliche Aspekte zeitneutral ergänzt und in den Ablauf der Gesamtdiagnostik der DHB Leistungssportsichtung eingefügt Neben den üblichen Daten zur Sprunghöhe beim Jump and Reach Test die in diesem Projekt durch die indirekte Messgröße SK abgebildet wird liegen nun auch weitere Informationen zur Sprung technik und Wurftechnik vor und konnten als differenzierte Diagnose den Beteiligten zur Ver fügung gestellt werden Unabhängig davon sind einige Diskussions punkte zu berücksichtigen die zukünftig zu bedenken sein werden Ein Aspekt bezieht sich darauf dass die Höhe der verwendeten Air Bodies Einfluss auf die sportmotorische Technik hat und die Werfer bzw Werferinnen primär nur auf die Abwurfhöhe als Qualitätsmerkmal fokussiert waren Andere ebenfalls bedeutsame Qualitätsbereiche Präzision Wurfgeschwindig keit des Sprungwurfs traten dadurch eher in den Hintergrund Die Bedeutung der Diagnose wurde vereinzelt auch eher für den Angriff gese hen und weniger für die Abwehr wodurch der Einsatzbereich der Diagnostik eingeschränkt ist Ein wesentlicher Aspekt betraf zudem die Frage inwieweit die Sichtungsteilnehmerinnen und teilnehmer tatsächlich in der Lage waren die Instruktionen in die Bewegung umzusetzen und beispielsweise den höchsten Punkt beim Abwurf auch in der Messebene des Trainig Tes tersTM zu realisieren Hier spielt vor allem das geringe Zeitbudget für die Sprungwurfdiagnos tik eine entscheidende Rolle wodurch vorher gehende Probeläufe und eine Gewöhnung an die Testprozedur nur eingeschränkt gegeben waren Zukünftig erscheint die vorgeschlagene handballspezifische Sprungwurfdiagnostik vor diesem Hintergrund eher zu einem späteren Zeitpunkt z B zum ersten Sichtungslehrgang des erweiterten Nationalmannschaftskaders und mit einem umfangreicheren Zeitfenster oder dezentral in den Landesverbänden vielver sprechend

Vorschau BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2015/16 Seite 83
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